Verlauf
Alle Teilnehmenden (TN) werden zunächst gebeten, in Einzelarbeit persönliche Wünsche, Erwartungen oder Handlungsprioritäten aufzuschreiben, in beliebiger Zahl (Din-A4-Blatt). Dann führen sie mit einer Partnerin oder einem Partner ein Gespräch zu zweit. Diese zwei sollten sich nicht bereits schon kennen.
Beider Aufgabe ist es nun, sich kurz vorzustellen und über ihre individuellen Listen zu sprechen. Dann sollen sie sich auf Punkte einigen, die beide gleichermaßen interessieren und diese aufschreiben (DIN A3). Der Schneeball rollt weiter, indem sich je zwei Partnerinnen und Partner zu einer Vierergruppe versammeln. (Bei ungeraden Teilnehmerzahlen können Fünfergruppen gebildet werden.) Nach der persönlichen Vorstellung in der Gruppe haben sie nun wieder die Aufgabe, sich auf Prioritäten zu einigen, die aber in ihrer Zahl begrenzt sind (z. B. 6). Das Ergebnis wird wieder notiert, in großer Schrift auf größerformatigem Karton. Bei höheren Teilnehmerzahlen wird der Prozess bei gleicher Aufgabenstellung in einer Achtergruppe fortgesetzt. Eine Gruppensprecherin oder ein Gruppensprecher erläutert das Ergebnis. Das Moderationsteam (MT) nimmt spontan oder nach einer Reflexion im Team Stellung.
Kommentar
Die erste Phase des Schneeballs bedeutet eine Art Introspektion oder Selbsterforschung, bei der die TN sich selbst Klarheit über ihre Wünsche, Vorstellungen und Erwartungen zum Thema verschaffen. Im anschließenden diskursiven Austausch mit einer Partnerin oder einem Partner werden erste Kontakte hergestellt und eventuell vorhandene Gesprächshemmungen überwunden. Der Schneeball führt erfahrungsgemäß zu einer lebhaften
Diskussion, fördert die Gruppenkohäsion und bringt eine inhaltliche Verdichtung, da das Verfahren in den Gruppenphasen einen Selektions- und Einigungsprozess verlangt. Alle TN sind von Anfang an einbezogen.
Die Methode lässt sich auch dazu nutzen, kritische Rückmeldungen einzufordern. Dabei werden die TN gebeten, zunächst für sich selbst positive und negative persönliche Wahrnehmungen zu notieren. Dann schließen sich wie oben Partner- und Gruppenphasen an. Der Verdichtungseffekt ist auch hier durch die notwendige Selektion durch Gruppenkonsens gegeben.
Bei beiden Anwendungsmöglichkeiten sollten die Schneeballergebnisse vom MT verwertet werden, im ersten Fall als Planungsbasis und im zweiten Fall als ernst zu nehmende Kritik.
Materialien
Weiße und gelbe DIN-A4-Bögen, blauer DIN-A3-Karton und, bei größeren Gruppen, ein weiterer DIN-A3-
Karton in einer anderen Farbe, Filzstifte